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Neues aus dem Alltag: Arztbesuch

7. January von Kathrin | Einsortiert unter Verschiedenes.

Wir Deutsche lästern ja gerne mal über das am Boden liegende Gesundheitssystem der Amerikaner. Gestern hab ich meine erste Erfahrung mit diesem System gemacht und muss sagen: Das war eine runde Sache!

Im Herbst wollte ich in Deutschland noch einige Arztbesuche erledigen, bevor mich den Amis anvertraue. Allerdings musste ich immer mehrere Ärzte durchtelefonieren, um innerhalb von vier Wochen noch einen Termin zu bekommen. Die meisten waren bis in den Januar hinein ausgebucht. Wenn ich dann endlich einen Termin hatte, und pünktlich auf der Matte stand, bekam ich oft ein: “Oh, haben sie vielleicht noch ein bis zwei Stunden etwas in der Stadt zu tun? Wir hatten heute soviele Notfälle.” zu hören. – Nee, hatte ich meistens nicht!

Viele von euch kennen die Prozedur (hier: Augenarzt): Erst sitzt man stundenlang im Wartezimmer, dann darf man kurz rein, muss aber sofort wieder raus, dann darf man nochmal rein und bekommt Augentropfen, dann wird man mit den Tropfen im Wartezimmer vergessen (zum Glück nicht so lange, wie die Omi neben mir, die anscheinend seit dem Vormittag da sitzt), dann darf man wieder rein und der Arzt fragt, ob sich denn die Sehkraft verändert hat. ‘Ich weiß nicht? Eigentlich bin ich hier, damit Sie mir das sagen.’ Der Arzt: “Ich kann mit ihren Augen ja nicht sehen, das müssen Sie schon wissen. Wollen Sie ein neues Rezept, oder nicht?” Hä?

Nach ca. vier Stunden ist man durch aber irgendwie genauso schlau wie vorher.

Da ich hier nur neue Kontaktlinsen bekomme, wenn ich ein gültiges Rezept vorlegen kann, musste ich gestern zum Augenarzt. Wir haben uns bei unserer amerikanischen Krankenkasse für ein System entschieden, bei dem wir keine freie Arztwahl haben, dafür aber weniger Zuzahlungen. Auf der Website der Krankenkasse konnte ich mir einen Augenarzt in der Nähe suchen. Die erste Überraschung: Ich hab direkt für den nächsten Tag einen Termin bekommen. Dabei hatte ich mir extra eine herzerweichende Story überlegt, wenn sie mich auf April vertrösten wollten. Nächste Überraschung: In der Praxis war kaum etwas los und die Sprechstundenhilfe war gelassen und freundlich. Noch freundlicher war die junge Ärztin, die mich pünktlich zu meinem Termin begrüßt hat. Die Stimmung war sehr entspannt und ich konnte ihr in Ruhe berichten, warum ich hier bin. Sie hat sich Zeit genommen und mit alle Test durchgeführt ohne mich wieder ins Wartezimmer zu schicken. Nach einer dreiviertel Stunde waren wir fertig und ich fühlte mich gut beraten und hatte mein Rezept in der Hand!

Allerdings hat das Rezept für die Kontaktlinsen 40$ gekostet, das gab es in Deutschland ohne Zuzahlung. Trotzdem bin ich mit meinem Ausflug ins amerikanische Gesundheitssytem sehr zufrieden!

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3 Antworten to “Neues aus dem Alltag: Arztbesuch”

  1. Eva | 7/01/09

    Einfach weil ich gerne kommentiere:
    Top!

  2. Thomas | 7/01/09

    @Eva: Dafuer lieben wir dich!

  3. Stephan Pohlkamp | 8/01/09

    Na, na, als Mitarbeiter einer deutschen Krankenkasse und als Möchtergern-Politiker muss ich sagen, dass das Gesundheitssystem in den USA doch schlechter ist als in Deutschland. Da kann auch eine Einzelerfahrung nichts ändern.
    Ich freue mich natürlich, dass Du eine gute Versorgung erfahren hast und das ist ja erstmal das wichtigste.

    Liebe Grüsse aus Wuppertal.

    Stephan

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